Wie ich meine Podcasts erstelle
Wie ich aus Blogartikeln mit KI-Sprachsynthese vollautomatisch einen Podcast erstelle.
Ich hatte vor einiger Zeit mit einem Bekannten immer mal wieder über Themen diskutiert, die mich - oder uns - interessierten. Diese Gespräche habe ich aufgezeichnet und daraus einen Podcast erstellt. Das hat aber nicht lange angehalten, da es immer schwierig war, gemeinsame Termine zu organisieren oder man sich irgendwo im Treppenhaus über den Weg gelaufen ist, und bereits dort seine Erfahrungen ausgetauscht hatte.
Inzwischen gibt es diesen Podcast wieder, der bei einigen meiner Kollegen morgens nach der Tagesschau und den HeiSecNews im Autoradio läuft, während sie z.B. zur Arbeit fahren.
Selfhosting nicht nötig
Obwohl es meiner Natur widerspricht, muss dieses Projekt nicht vollständig in meinem Keller laufen, da ich die Informationen ja selbst im Internet recherchiert habe und mein Blog und Podcast auch wieder öffentlich erscheinen werden.
KI zur Spracherzeugung
Es gibt inzwischen viele Modelle, mit denen aus Text Sprache erzeugt werden kann. Ich hatte bisher Dia von Narilabs (Demo) verwendet. Aber die Entwicklungen schreiten so schnell voran, dass man kaum mithalten kann.

Vorbereiten des Transskripts für ein Interview
Wenn es danach klingen soll, als würde eine Moderatorin einen Experten einladen, um über einen neuen Artikel auf meinem Blog zu diskutieren, müssen zunächst die Teilnehmer beschrieben werden. Dazu sollte der "eingeladene Experte" mich einigermaßen kennen. Vielleicht hat er eine repräsentative Anzahl meiner Beiträge gelesen, einige Vorträge von mir besucht oder kennt mich persönlich. Daher sollte im Prompt eine Anweisung enthalten sein, die dem Experten die Eigenschaften von "Herrn Meister" ins Gedächtnis pflanzt:
# Auftrag
Analysiere die Charaktereigenschaften von Herrn Meister.
Deine Analyse soll ausschließlich auf den Inhalten der Blogartikel basieren,
die in der folgenden Sitemap verlinkt sind: https://blog.meister-security.de/sitemap-posts.xml
Deine Ergebnisse sollen dabei **ehrlich** sein und **nichts schönreden**.
# Durchführung
Führe die folgenden Schritte aus:
1. **Sitemap abrufen:** Greife auf die Sitemap unter der angegebenen URL zu.
2. **URLs extrahieren:** Identifiziere und extrahiere alle URLs, die auf einzelne Blogbeiträge verweisen.
3. **Inhalte analysieren:** Besuche eine repräsentative Auswahl der extrahierten URLs.
Lies die Artikel und analysiere den Inhalt im Hinblick auf wiederkehrende Themen, den Schreibstil, geäußerte Meinungen,
geteilte Erfahrungen/Kenntnisse/Expertise und die generelle Tonalität.
4. **Eigenschaften und Expertise ableiten:** Leite aus deiner Analyse mindestens dreißig Eigenschaften, Expertisen und Erfahrungen von Herrn Meister ab.
5. **Antwort merken:** Merke dir die zehn wichtigsten Eigenschaften von Herrn Meister. Begründe jede Eigenschaft kurz und belege sie,
wenn möglich, mit konkreten Themen oder Beispielen aus den analysierten Artikeln.Wenn man "Antwort merken" durch "Antwort formulieren" ersetzt, kann man bereits sehen, welchen Eindruck der "Experte" von "Herrn Meister" haben wird:
Profilanalyse: Herr Meister
🛡️ Persönlichkeits-Zusammenfassung
Herr Meister präsentiert sich als ein technisch hochversierter Veteran der IT-Sicherheit mit einer kompromisslosen Haltung gegenüber Datenschutz und digitaler Souveränität. Er ist kein reiner Theoretiker, sondern ein "Macher", der tief im Code und in Systemkonfigurationen steckt.
Seine Tonalität ist direkt, unverblümt und oft kritisch gegenüber "Big Tech". Er verbindet klassische Security-Tugenden mit moderner Innovation (lokale KI).
33 Eigenschaften & Expertisen
💻 Fachliche Expertise
- Langjährige Security-Erfahrung: Über 30 Jahre (Firewalls/IDS).
- Firewall-Administrator: Profi in OPNsense, Fortinet, Checkpoint & Co.
- Proxmox-Experte: Entwickler von Tools wie domain_routing und Automatisierungsskripten.
- Linux-Spezialist: Bevorzugt Linux für Server/Desktops.
- KI-Integrator: Verbindet Security (SIEM) mit lokalen LLMs.
- Skripting-Kompetenz: Bash/Python zur Automatisierung.
- Incident Response: Zertifiziert im Umgang mit Vorfällen.
- Forensiker: Analyse von Netzwerken und Datenlecks.
- Self-Hosting-Profi: Betreibt Matrix, Clouds, KI selbst.
- Datenschutz-Analyst: Deckt versteckten Datenabfluss auf.
- Wazuh-Kenner: Tiefe SIEM-Kenntnisse.
- Innovativ: Verbindet Security, AI und Automation.
🧠 Charakter & Mindset
- Kompromisslos: Verlässt unsichere Plattformen konsequent.
- Skeptisch: Hinterfragt Marketing und "Alternativlosigkeit".
- Unabhängigkeitsliebend: Strebt digitale Souveränität an.
- Transparente Fehlerkultur: Berichtet offen über Rückschläge.
- Hilfsbereit/Lehrend: Teilt Wissen, um andere zu befähigen.
- Pragmatisch: Baut eigene Tools statt zu warten.
- Geduldig: Kennt den Umgang mit DAUsUmgang mit DAUs.
- Meinungsstark: Vertritt Positionen offensiv.
- Experimentierfreudig: Testet ständig neue Workflows.
- Sicherheitsbewusst: Gesundes Misstrauen ("Paranoia").
- Open-Source-Überzeugt: Setzt auf offene Software.
- Hartnäckig: Lässt sich von Bans nicht stoppen.
Die Top 10 Eigenschaften
Kompromissloser Prinzipienreiter
Herr Meister redet nicht nur über Datenschutz, er lebt ihn radikal, auch wenn es unbequem ist. Er akzeptiert keine halben Sachen, wenn es um Privatsphäre geht.
Verfechter digitaler Souveränität
Sein zentrales Motiv ist die Unabhängigkeit von Cloud-Zwang und Konzernen. Er will die volle Kontrolle über seine Daten und Infrastruktur behalten.
Innovativer "Do-It-Yourself"-Macher
Er wartet nicht auf Lösungen, sondern baut sie selbst. Er ist kein reiner Konsument, sondern ein Erschaffer, der Lücken im Markt durch Eigenentwicklungen schließt.
Skeptischer Kritiker des Mainstreams
Er akzeptiert gängige Narrative nicht einfach, sondern hinterfragt sie scharf, insbesondere wenn es um politische oder unternehmerische Ausreden für fehlenden Datenschutz geht.
Technischer Tiefenbohrer
Er begnügt sich nicht mit der Oberfläche, sondern analysiert Systeme technisch fundiert bis auf Protokollebene.
Zukunftsorientierter Realist (KI)
Er verweigert sich dem Fortschritt nicht, erkennt aber die Gefahren (Überwachung/Zensur). Sein Weg ist die Integration moderner Technik unter eigenen Bedingungen (lokal, unzensiert).
Transparenter Mentor
Er teilt sein Wissen ehrlich, inklusive der Hürden und Misserfolge. Er stellt sich nicht als unfehlbar dar, sondern nutzt Fehler als Lehrmaterial.
Pragmatischer Sicherheits-Experte
Er unterscheidet zwischen medialer Panikmache und echter Bedrohung. Er bewertet Risiken nüchtern und empfiehlt Maßnahmen, die wirklich helfen.
Leidenschaftlicher Open-Source-Advokat
Er sieht in offener Software den einzigen Weg zu vertrauenswürdiger IT. Proprietäre "Black Boxes", in die niemand hineinschauen kann, lehnt er kategorisch ab.
Systematischer Automatisierer
Er verabscheut ineffiziente, manuelle Prozesse. Sein Ziel ist es, wiederkehrende Aufgaben durch Skripte zu eliminieren.
Schöner hätte ich es selbst nicht formulieren können. Das könnte so gerne in meiner Personalakte stehen 😇.
Der Prompt für das Interview
Im Detail sieht das bei mir so aus:
# Ziel
Erstelle ein fiktives Podcast-Transkript zwischen zwei Sprechern über den Inhalt des Artikels, der unter '# Artikel-URL' angegeben ist.
# Kontext: Der Blog-Autor (Herr Meister)
Damit der Experte später Herrn Meister korrekt beschreiben kann, ist vorher eine Analyse der Eigenschaften von Herrn Meister durchzuführen, die aus seinem Blog zu extrahieren sind:
[... bereits weiter oben beschrieben ...]
# Rollen (Personas)
**Speaker 1: Sara (Moderatorin)**
- **Alter:** 25
- **Rolle:** Moderatorin des Podcasts 'Selfhosted Tech'.
- **Charakter:** Technikinteressiert, aber reine Nutzerin. Sie hat den Blog von Meister-Security entdeckt,
schätzt die informativen Artikel und das regelmäßige Erscheinen der Beiträge. Sie stellt die Fragen,
um den Inhalt des Artikels für sich und ihre Zuhörer verständlich zu machen.
**Speaker 2: Matthias (Experte)**
- **Alter:** 40
- **Rolle:** Eingeladener Experte im Podcast, kennt Herrn Meister bereits von Vorträgen.
- **Charakter:** Spricht respektvoll von 'Herr Meister' und ist nicht mit ihm 'per Du'. Er hat ein tiefes Verständnis für die Themen der Blogs,
basierend auf der von dir durchgeführten Analyse. Wenn man ihn über Herrn Meister befragt, antwortet er basierend auf den Informationen,
die Du dir unter '# Kontext' über den Blog-Autor merken solltest. Er erklärt die Inhalte des Artikels, ist von Herrn Meisters Arbeit beeindruckt,
bleibt aber bescheiden und stellt das Thema in den Vordergrund, nicht die Person.
# Dialog-Anweisungen
- **Thema:** Der Dialog dreht sich ausschließlich um den Inhalt des unter '# Artikel-URL' verlinkten Artikels.
- **Sprachstil:**
- Locker, heiter und jugendlich (die Sprecher kennen sich gut).
- Umgangssprachliches Deutsch, z.B. "ich hab gelesen" statt "ich las", Vermeidung von zu formellen Wörtern wie "großartig".
- Die Sprache soll authentisch gesprochen klingen, die Rechtschreibung kann sich daran orientieren.
- **Dynamik:** Sara stellt die Fragen und leitet das Gespräch. Matthias liefert die detaillierten Erklärungen.
- **Namen:** Die Namen der Sprecher werden nur einmal beiläufig erwähnt.
- **Externe Informationen:**
- Zusätzliche Internetrecherchen zur Anreicherung des Gesprächs sind erlaubt, dürfen aber den Kern des Artikels nicht verfälschen.
- Fakten aus dem Artikel müssen korrekt wiedergegeben werden.
- Extern recherchierte Informationen müssen als solche kenntlich gemacht werden (z.B. 'ich hab da neulich woanders gelesen, dass...').
# Ausgabeformat
1. **Keine zusätzlichen Texte:** Gib nichts außer den unten beschriebenen Punkten aus. Keine Vorworte, keine Überschriften für das Transkript,
keine Quellenangaben oder Referenzen in eckigen Klammern `[]`.
2. **Erste Zeile:** Beginne die Ausgabe mit exakt diesem Satz: `Eine junge, lustige und heiter gestimmte Moderatorin führt ein Interview
mit einem 40-jährigen Mann, der ihren Enthusiasmus teilt. Aufgrund von Zeitmangel sprechen beide recht schnell.`
3. **Transkript:**
- Darunter folgt direkt das Transkript.
- Kennzeichne die Sprecher mit `Speaker 1:` und `Speaker 2:`.
4. **Ende:** Der Podcast endet damit, dass sich Sara für das Gespräch bedankt und Matthias mit einer Variante von "Gerne doch" oder
"Immer wieder gerne" antwortet. Keine Abmoderation, keine Ankündigung für die nächste Folge.
# Artikel-URL
https://blog.meister-security.de/energie-sparen-im-homelab/Damit ist die Bühne für das Interview fertig aufgebaut. Der "Experte" kennt die Charaktereigenschaften und das Fachwissen von "Herrn Meister" und hat alle seine Artikel gelesen. Er kann jetzt gut auf die Fragen der Moderatorin eingehen, die als "interessiert" beschrieben ist, aber nicht so tief in der Materie steckt. Und so führt dieser Prompt zu folgendem Transkript:
Eine junge, lustige und heiter gestimmte Moderatorin führt ein Interview mit einem 36-jährigen Mann, der ihren Enthusiasmus teilt.
Aufgrund von Zeitmangel sprechen beide recht schnell.
Speaker 1: Hallo und willkommen zurück bei Selfhosted Tech! Heute hab ich wieder den Matthias dabei.
Speaker 2: Servus Sara, freut mich!
Speaker 1: Ich hab dich heute eingeladen, weil ich über einen Artikel von Meister-Security gestolpert bin, der mich echt aufhorchen lassen hat....Tatsächlich folgt die Schreibweise der jugendlichen Sprache der Moderatorin, z.B. mit: Heute hab ich wieder den Matthias dabei.". Normalerweise würde die KI korrekt schreiben "Heute habe ich..." etc... Aber wer spricht den so 🙃.
Erzeugung der Sprache
Um dieses Transkript nun in ein MP3-File zu wandeln, kann man leicht ein Produkt seiner Wahl nutzen:

Manche bevorzugen elevenlabs oder die kostenlose Variante von Google, die ich bereits mehrfach auch für coding beschrieben habe. Es sollte daher keine große Herausforderung darstellen, die passenden Stimmen auszuwählen. Hier könnte man natürlich auch seine eigene Stimme nutzen (über dia mache ich vielleicht einen eigenen Artikel 😉).
Das finale Ergebnis
Habe ich nun ein .wav-File erhalten, wandele ich es noch in .mp3 um. Dazu schnell in die Konsole getippt:
ffmpeg -i Download.wav -f lavfi -t 3 -i anullsrc=r=44100:cl=stereo -filter_complex "[0:a][1:a]concat=n=2:v=0:a=1" -c:a libmp3lame -qscale:a 2 podcast_energie_sparen.mp3
Und schon hat man einen Podcast über einen Artikel erstellt, für dessen Erstellung der größte Zeitraum in Anspruch genommen wurde:
Energieverbrauch von Proxmox-Servern mit Powertop und CPU-Governor steuern:
oder:
KIs in Prüfungen clever austricksen:
Bei diesem Podcast war der Anteil, der meine Person beschreibt, für meinen Geschmack etwas zu dominant. Auch aus diesem Blog und diesem abzuleiten, dass ich gerne nach Schweden fahre, ist irgendwie beeindruckend und gleichermaßen gruselig.
Fazit
Wenn ich ein Projekt abgeschlossen habe, es für mich dokumentiere und dann einen Artikel darüber auf meinem Blog veröffentliche, der es auch mir letztlich wieder nachvollziehbar machen soll (weil besser erklärt als in meiner eigenen Doku 😉), dann lasse ich noch schnell diesen Podcast erstellen. Das Einzige, was ich dafür tun muss, ist in der letzten Zeile des Prompts die URL auszutauschen.
Einige fügen diesen Podcast zu ihrem "Ablauf" auf ihrem Smartphone hinzu. Und wenn morgens der Wecker klingelt, und als Weckton der "Ablauf" eingestellt ist, dann wird man mit den Nachrichten geweckt, die man hinterlegt hat. Und sobald ich anfange zuzuhören, kann ich morgens definitiv nicht mehr weiterschlafen...